Nexus Mutual
Ein Anbieter als Anschauungsobjekt, nicht als Empfehlung
Was für ein Gebilde das ist
Kein Versicherungsunternehmen, sondern eine Gemeinschaft auf Gegenseitigkeit - ein Modell, das es in der Versicherung seit Jahrhunderten gibt, hier auf einer Blockchain abgebildet.
Der Grundgedanke ist einfach: Viele zahlen in einen gemeinsamen Topf ein, und wer einen Schaden erleidet, bekommt daraus etwas. Es gibt kein Unternehmen, das dazwischen Gewinn erwirtschaftet, weil die Mitglieder der Gemeinschaft zugleich ihre Träger sind.
Was diesen Anbieter von einer gewöhnlichen Gegenseitigkeitsgesellschaft unterscheidet, sind zwei Dinge: Die Mitgliedschaft ist an einen Token gebunden, und über Schäden entscheiden Mitglieder, nicht eine Schadenabteilung.
Wer das Risiko trägt
Die Mitglieder - und das ist keine Formulierung, sondern der Kern der Sache.
Wer ein Cover erwirbt, kauft es nicht bei jemandem, sondern tritt einer Gemeinschaft bei. Das setzt eine Aufnahme voraus, einschließlich Identitätsprüfung; es ist kein anonymer Vorgang, obwohl alles darum herum auf einer Blockchain läuft.
Das gemeinsame Kapital steht für alle Deckungen zugleich zur Verfügung. Daraus folgen zwei Dinge, die es bei einem Versicherer nicht gibt:
| Kapazität ist begrenzt | Es kann nicht beliebig viel gedeckt werden, sondern nur so viel, wie der Topf trägt. Für ein einzelnes Protokoll ist die Deckung deshalb der Höhe nach beschränkt - und kann ausgeschöpft sein. |
|---|---|
| Große Schäden treffen alle | Ein sehr großer Schadenfall mindert das Kapital, aus dem auch alle anderen bedient werden. Die Mitglieder tragen das gemeinsam, wirtschaftlich wie im Wert ihrer Anteile. |
Wie über einen Schaden entschieden wird
Hier liegt der eigentliche Unterschied - und die Stelle, an der man genau hinsehen sollte.
Bei einer Versicherung prüft der Versicherer und ist im Streitfall vor Gericht überprüfbar. Hier beurteilen Mitglieder den angemeldeten Schaden. Sie setzen dabei eigene Token als Pfand auf ihre Einschätzung: Wer im Einklang mit dem Ergebnis urteilt, wird belohnt; wer dagegen urteilt, verliert einen Teil.
Das Verfahren soll auf diese Weise zu sachlichen Entscheidungen führen, ohne dass eine zentrale Stelle nötig ist. Es bedeutet aber auch: Die Entscheidung liegt bei einer Gemeinschaft, die selbst betroffen ist - jeder gezahlte Schaden mindert das gemeinsame Kapital.
Die sechs Fragen, die dieses Beispiel aufwirft
| Entsteht ein Rechtsanspruch? | Oder eine Leistung nach Ermessen? Diese Frage steht vor allen anderen und wird in Produktbeschreibungen selten offen beantwortet. |
|---|---|
| Wer entscheidet über den Claim? | Der Anbieter, ein Ausschuss, die Mitglieder, ein externer Gutachter? Und was geschieht bei Uneinigkeit? |
| Woher kommt das Kapital? | Eigenmittel eines beaufsichtigten Unternehmens oder eingezahltes Geld der Teilnehmer? Davon hängt ab, was im Großschadenfall übrig ist. |
| Ist die Kapazität begrenzt? | Bei gemeinsamem Kapital in aller Regel ja - je Protokoll und insgesamt. Eine Deckungssumme auf dem Papier ist nicht dasselbe wie vorhandene Kapazität. |
| Welche Aufsicht gilt? | Und in welchem Land? Für eine Kundin in Österreich ist das keine Nebenfrage. |
| Was ist ausgeschlossen? | Bei jedem Anbieter anders, und die Ausschlüsse tragen selten die Überschrift, unter der man sie sucht. |
Wohin das führt
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Sieben Risiken und die Fragen, die ein Wording zu jedem einzelnen beantworten muss.
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Die vier Bedingungen und der Ablauf vom Vermögenswert bis zum Claim.